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Various Artists - Neonautics v.01 (2014)

Various Artists – Neonautics v.01 (review @ Medienkonverter)

Seitdem die legendäre Electropop-Serie des Conzoom-Labels eine kleine Pause eingelegt hat, sind Synthpop-Fans auf der Suche nach einem wirksamen Methadonprogramm, um die Wartezeit bis zum finalen zehnten Electropopsampler zu verkürze. Da kommt die Veröffentlichung einer neuen, vielversprechenden Zusammenstellung aus dem Hause “SkyQode” gerade recht. Das kleine russische Label hat mit “Neonautics Vol.1” ein richtig gutes Gespür für aufstrebende Bands bewiesen und ihnen eine Plattform geboten, unveröffentlichte Songs oder rare Remixe einem breiteren Hörerkreis zugänglich zu machen.

Für sehr faire 7€ (Downloadversion) oder 10€ plus Versand (CD) gibt es 16 Songs, die zum überwiegenden Teil Hitpotential besitzen. An erster Stelle sei die finnische Band “Sad January” genannt, die nach ihrem grandiosen Debütalbum “Believe in Better” den Song “Twilight Zone” nachschieben und damit an die Melodienvielfalt des Longplayers anknüpfen. Der eindringliche Gesang gepaart mit tanzbaren elektronischen Drums und verspielten Harmonien bilden ein Erfolgsrezept, von dem sich so manche bekanntere Band eine Scheibe abschneiden könnte. Genial!

Gleiches Prädikat gilt für die Norweger “Electro Spectre”, deren Beitrag “Love is a criminal” auch locker europaweit im Radio laufen könnte. Gegenüber der Albumversion hat man den hier vertretenen Mix um gradlinigere Beats ergänzt sowie einige Instrumentalpassagen gestrichen. Zur gehobenen Kategorie zählt definitiv auch das mir bis dato unbekannte Duo “Aeon Rings”, das erst im vergangenen Monat seine erste EP auf den Markt brachte. Ihr hymnischer Electro-Wave mit herausragenden Vocals dürfte den US-Amerikanern schnell neue Fans sichern, zumal die Produktion für einen Newcomer fast schon zu professionell klingt.

Einige prominentere Namen finden sich ebenfalls in der Tracklist wieder. “Mental Discipline” liefern mit “Pray for Me” in Kooperation mit People Theatre’s Peter Rainman einen letzten Rückblick auf ihr erstes Album, bevor es in Kürze mit dem Nachfolger weiter geht. Supercraft setzen auf bewährten Future Pop und WANT/Ed schlagen mit neuem Sänger (Holger Müller) und klareren Sounds ein neues Bandkapitel auf. Überraschenden Bit-Pop bietet “Syrian”, die den Dancekracher “Fire in your Eyes” im Welle:Erdball-Gewand völlig neu präsentieren. Den Sonderpreis für klassisch-eingängigen-Mitsing-Schweden-Pop gewinnen “Candide”: “Du Bränner Mig” changiert irgendwo zwischen Eurovision Song Contest und “Colony 5” und kann trotz mangelnden Schwedischkenntnissen nach dem ersten Durchlauf mitgeträllert werden.

Jeder Synthpop-Fan wird Neonautics lieben und künftig einen weiteren Beleg im CD-Regal haben, warum er einfach die geilste Musik ever hört. 😉 Gut, bleiben wir sachlich. 5 Sterne. Kaufen.

Rating: 5/6

Daniel V. @ Medienkonverter